Konzentration

Konzentration ist nicht nur in der magischen Arbeit ein gutes Hilfsmittel. Wir möchten ja immerhin unseren Fokus auf das legen, was wir gerade tun und unsere ganze Energie dort hineinstecken. Das ist natürlich sehr schwierig, wenn unsere Gedanken ganz wo anders sind. Heute leben wir in einer Welt, in der unser Bewusstsein ständig mit Botschaften beschossen wird. Jedes Werbeplakat will unsere Aufmerksamkeit und da ist es gar nicht so leicht einen Fokus zu behalten. Es ist für viele Menschen nicht leicht, sich auch nur für ein paar Minuten voll und ganz auf etwas zu konzentrieren. Aber im Grunde braucht man nur ein wenig Übung, dann geht es schon viel leichter.

Übung für eine bessere Aufnahme beim Lesen

Wer kennt es nicht, dass man beim Lesen einer eher uninteressanteren Passage die Konzentration verliert. Die Augen lesen weiter, jedoch weiß man nachher nicht mehr, was im Text gestanden ist und denkt stattdessen über andere Dinge nach. Um deine Konzentration zu trainiseren, lies dir einen Absatz in voller Aufmerksamkeit durch, dann klappe das Buch zu und erinnere dich an so viele Details wie nur möglich. Je nach Übung kannst du dazu immer größere Textstellen hinzunehmen. Aber du solltest dich nicht überanstrengen. Mache am besten zwischen 2 Übungen eine kleine Verschnaufpause.

Übung für eine punktgenaue Meditation und Visualisierung

Konzentriere dich beim Meditieren auf eine Kerzenflamme. Du kannst ruhig blinzeln und musst nicht starren. Wenn du jedoch nicht mehr kannst, schließe die Augen und sieh die Flamme in deinem Geist. Wenn du das geistige Bild der Kerzenflamme nicht mehr halten kannst, öffne die Augen wieder und sieh die Flamme in Wirklichkeit. So was kann auch schon sehr schwer sein, wenn man es nur 5 Minuten macht. Diese Übung kann man auch auf andere Sinne ausdehnen, wie etwa hören, riechen usw.

©2010, Stephanie Pui-Mun Law
©2010, Stephanie Pui-Mun Law - shadowscapes.com

Dazu stellst du zum Beispiel eine Duftlampe auf, wenn es ums Riechen geht, drehst den CD Player an, wenn's ums Hören geht, nimmst etwas in die Hand wenn es ums Fühlen geht  (barfuß gehen ist auch eine super Methode) oder isst etwas, wenn's ums Schmecken geht. Egal was du nun machst, mache es ganz bewusst. Schmecke genau in dein Essen hinein, spür wie es sich im Mund anfühlt, welcher Geschmack wann herauskommt, etc. Wenn du barfuss gehst, spüre jeden Stein unter deiner Sohle, den Teppich oder die Fliesenfugen. Wenn du merkst, dass deine Konzentration abschweift, konzentriere dich wieder auf dein Vorhaben, so lange es geht oder du Lust hast. Damit lernst du auch deine Sinne besser kennen und schärfst sie für den täglichen Einsatz. Du kannst auch mitschreiben wie oft du drausgekommen bist und siehst so über die Zeit hinweg, dass du immer bessser wirst.

Konzentration auf die Natur

Bei dieser Übung begibst du dich irgendwo in die Natur. Such dir einen Baum, eine Wolke, eine Blume und beginne dich darauf zu konzentrieren. Wenn du abschweifst, lenke dein Bewusstsein wieder zurück und versuche immer ein bisschen länger durchzuhalten.

Meditation über etwas

Schreibe dir einen Begriff auf, am Besten ein Nomen (Hauptwort). Sammle nun alle möglichen Gedanken die dir dazu einfallen, bis dir absolut nichts dazu mehr einfällt. So kannst du lernen Dinge miteinander zu assoziieren, was dir auch in der magischen Praxis sehr hilfreich sein kann, wenn es um Korrespondenzen geht (welche Farbe verbinde ich mit welcher Gottheit beispielsweise). Ein bisschen mystischer kannst die die Übung gestalten, indem du z.B. "Fruchtbarkeit" aufschreibst und alle Korrespondenzen sammelst, die man dazu verwenden kann. Solche Übungsblätter oder Mind Maps kannst du auch in dein Buch der Schatten aufnehmen und zur Erstellung deiner eigenen Rituale benutzen. Es gibt hier auch kein richtig oder falsch. Wenn zwei Dinge für dich zusammengehören, dann hat das in deinem Ritual durchaus seine Berechtigung.

Handwerksmeditation

Eine sehr gute Übung um Dinge kennen zu lernen, besonders Ritualgegenstände: Nimm das Werkzeug in die Hand und betrachte es wie ein Handwerker. Aus welchem Material wurde es gemacht und wie genau wurde es wohl hergestellt? Wurde es gegossen, getöpfert, gemeißelt, geschnitzt? Wurde es bemalt oder lackiert? Wir fühlt es sich an? Ist es eher ein Einzelstück oder ein maschinell gefertigtes Produkt? Wenn du es so hältst, wie fühlst du dich damit? Was in dir fühlt sich dadurch besonders angesprochen? So kannst du deine Werkzeuge kennen lernen, was ich besonders dann empfehle, wenn sie noch neu und kaum benutzt sind, denn dadurch baust du eine besondere Beziehung zum Werkzeug auf.

Alle diese Übungen auf der Seite, sollte wie alle magischen Übungen nicht übertrieben werden. Zwinge dich nicht dazu etwas zu erreichen sondern übe, bis es von ganz allein kommt. Natürlich kann es eine Weile dauern, doch die Arbeit lohnt sich auf jeden Fall. Schon ein paar Minuten täglich können deine Wahrnehmung schärfen.


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